Fußball-WM 2026: Bis zu 60 Milliarden Dollar Wettumsatz erwartet
H2 Gambling Capital beziffert den erwarteten Bruttoumsatz der Anbieter auf rund 7,5 Milliarden Dollar bei einer Hold-Rate von 12,5 %. Für den US-Markt allein prognostiziert Eilers & Krejcik Gaming einen Wettumsatz von 2,82 Milliarden Dollar, der bei einem starken Abschneiden der US-Nationalmannschaft auf bis zu 4,33 Milliarden Dollar steigen könnte. Brasilien wird mit etwa 3,6 Milliarden Dollar erwartet, während die drei nordamerikanischen Gastgeberländer zusammen auf 5,7 Milliarden Dollar kommen sollen.
Ein zentraler Treiber hinter diesen Zahlen ist das erweiterte Turnierformat: 48 Mannschaften bestreiten 104 Spiele, 40 mehr als bei jeder früheren Ausgabe. Hinzu kommt, dass die Zahl der US-Amerikaner mit legalem Zugang zu Sportwetten seit 2022 von 104 Millionen auf 135 Millionen gestiegen ist, da inzwischen 38 Bundesstaaten den Markt reguliert haben.
Mehr Spiele, mehr Wetten: Warum das neue Format die Zahlen treibt
Zwischen 19 und 29 % aller WM-Wettenden sollen laut verschiedenen Erhebungen Erstnutzer sein, ein erhebliches Neukundenpotenzial für Anbieter. In den USA gaben 29 % der Befragten an, zum ersten Mal überhaupt eine Wette abzuschließen. Mexiko verzeichnet mit 68 % die höchste geplante Beteiligungsrate, wobei 26 % davon Erstwetter wären. Kanada erwartet eine Beteiligung von 46 % mit 9 % Erstwettern. Proposition-Wetten und Parlays gewinnen dabei stark an Bedeutung: Bereits 30 % aller US-Wetten entfallen auf diese Formate.
Technologisch rüsten sich die Anbieter mit KI-gestützten Trading-Systemen auf. Kambi etwa hat für das Turnier auf 100 % KI-basiertes Trading umgestellt. Gleichzeitig hat ADI Predictstreet als erster offizieller Prediction-Market-Partner der FIFA Geschichte geschrieben, während auf Plattformen wie Polymarket bereits vor Turnierbeginn fast 1,5 Milliarden Dollar in WM-Verträgen gehandelt wurden.
Schwarzmarkt, Regulierung und der Kampf um legale Wettmärkte
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) warnt ausdrücklich davor, dass illegale Wettmärkte während des Turniers die regulierten übertreffen könnten. Besonders deutlich zeigt sich das Problem in Deutschland: Bis zu 400 Millionen Euro von einem erwarteten Gesamtumsatz von knapp einer Milliarde Euro könnten an illegale Offshore-Anbieter fließen. Das entspricht fast der Hälfte des deutschen WM-Wettumsatzes.
Auch Mexiko steht unter Druck: Ein geplanter Steuersatz von 50 % auf Glücksspiel droht Investitionen abzuschrecken und Spieler in den Graumarkt zu treiben. Der französische Regulierer ANJ hat Anbieter derweil aufgefordert, ihre Werbeaktivitäten während des Turniers zu mäßigen.